Am Kamel nach Folgaria

Anreise

Tag 8, 300 km, Schlußtag. Foto: Alfred
Tag 8, 300 km, Schlußtag. Foto: Alfred

Am Dienstag früh, also am Tag acht spürte ich nur mehr wenig vom Elan der ersten Tage. Mir war klar, der Schlußtag wäre landschaftlich nicht mit den vorangegangenen Etappen vergleichbar. Die Strecke war mir großteils bekannt. Dennoch mußten noch 300 Kilometer absolviert werden. Es war wichtig, weiterhin konzentriert zu bleiben um keine Fehler zu machen. Bei Lavamünd verzichtete ich auf Fahrt über die Soboth, einer bekannten Motorradstrecke. Stattdessen hatte ich noch einmal einen Kurzbesuch nach Slowenien geplant.

Großklein, da komme ich her, da will ich durch. Foto: Alfred
Großklein, da komme ich her, da will ich durch. Foto: Alfred

Alte Heimat

Über Dravograd ging es über den beschaulichen Grenzübergang nach Österreich am Radlpaß (661 M.ü.A.). Nicht weit von hier war ich auf österreichischer Seite aufgewachsen. Für mich war es jedoch das erste Mal, dass ich den Radlpaß überquerte. So wurde es für mich auch etwas emotional, als ich einen Tankstopp in meinem ehemaligen Heimatort Großklein einlegte. Für Besuch von Bekannten oder Verwandten fehlte mir die Zeit und mittlerweile auch die Energie. So wie E.T. (der Außerirdische) wollte ich nur noch „Nach Hause!“ Über Kirchbach id. Stmk, Gleisdorf und der Wechselbundesstraße ging es nur noch darum, keinen Fehler mehr zu machen.

 

Meine Gedanken drehten ausschließlich um die Themen: Der Hintern tut weh und ich darf den Motor nicht kaputt machen. So spulte ich Meter für Meter der Schlußetappe herunter. Der letzte Tag war wenig spektakulär. Die persönlichen Anforderung war jedoch hoch. Wirklich Spaß empfand ich nur mehr wenig. Es war wohl primär eine Frage des Willens, weiter zu fahren.

Glücklich über das Geschaffte. Glücklich, daß es vorbei ist. Glücklich, daheim zu sein. Foto: Alfred
Glücklich über das Geschaffte. Glücklich, daß es vorbei ist. Glücklich, daheim zu sein. Foto: Alfred

Nun war mir auch klar, weshalb niemand meiner motorraderfahrenen Freunde mitfahren wollte!

 

Endlich zu Hause!

Ich war zu Hause angekommen, endlich!

Es ist gut möglich, dass meine „Zweitakt Schmier Paranoia“ oder andere Überlegungen übertrieben waren. Doch mangels persönlicher Erfahrung und besseren Wissens musste ich plausible Lösungen finden um heil nach Hause zu kommen. Und das habe ich geschafft!

 

1800 Kilometer Gesamtstrecke in acht Tagen auf einer SWM Guanaco, einem Trialmotorrad mit 280 ccm³ und 16 PS aus dem Jahr 1978. Auf einer Route, die über das Stilfser Joch, den Gavia Paß und das Kühtai u.v.a. führte. Ich war alleine unterwegs, ohne Service-Wagen oder sonstige Absicherung, ohne Plan B.

 

Plan A hat funktioniert. A, wie ankommen!