Am Kamel nach Folgaria
2 giorni di Folgaria, Abreise Tag 6
Die Veranstaltung
Die Trialveranstaltung „Due Giorni di Folgaria“ kannte ich bereits aus vorangegangenen Besuchen. Ich wußte, es würde ganz nach meinem Geschmack werden. Dabei handelt es sich um ein Wandertrial, das am Samstag rund 30 Kilometer und am Sonntag 40 Kilometer über Wanderwege durch die Berge führt. Die Sektionen waren weitläufig und wunderbar ins Gelände gesteckt. Jede Sektion war nur einmal zu befahren. Ich liebe das!

Der Geist von Freundschaft
Die Geschwister Barbara und Ugo Alberti verleihen dieser Veranstaltung einen besonderen Zauber. Beide gaben jedem Teilnehmer das Gefühl ein VIP-Gast zu sein. Jedes Problem wurde von den beiden nahezu von den Augen abgelesen und sofort gelöst. Eine Atmosphäre der Freundschaft war überall im Fahrerlager zu spüren.

Gute Laune überall
Traditionell kamen auch zahlreiche Gäste auch aus Deutschland und Österreich. Da hatte ich sofort meinen gesellschaftlichen Anschluß in einer unterhaltsamen Runde. Mit meinem österreichischen Trialkumpel Uwe Schwarzkopf nahm ich den Rundkurs an beiden Tagen gemeinsam in Angriff. Das fühlte sich für mich genial an. Wir beide fuhren auf vergleichbarem Niveau und fanden auch gut zu einem gemeinsamen Rhythmus. Gute Laune war unser vorwiegender Gemütszustand, auch bei ungünstigsten Sektionserlebnissen. Diese Gelassenheit war für mich besonders wichtig. Ich war mit meinem „Straßenmotorrad“ im Gelände unterwegs. Auch wenn wenn Kennzeichen und Beleuchtung für den Wettbewerb abmontiert waren, durfte ich mir keine Beschädigung am Motorrad erlauben. Das Motorrad mußte in jedem Fall heil bleiben. Ich hatte keinen Plan B für die Rückreise vorbereitet. Ich folgte lediglich Plan A. A, wie Ankommen!
Vom Bewerb auf die Straße
Meiner lieben Andrea hatte ich versprochen, bereits am folgenden Dienstag wieder zu Hause sein zu wollen. Um das zu schaffen muß mußte ich am Sonntag gleich im Anschluß zur Veranstaltung noch 127 Kilometer Heimweg schaffen. Tatsächlich kamen Uwe und ich zügig durch den Rundkurs und lagen gut in der Zeit, als wir das Ziel erreichten. Nach einer ersten Notstärkung am Imbisstand bereitete ich die SWM und mich selbst wieder für den Straßenbetrieb vor.
Der erfolgreiche Abschluß von Phase II meines Projekts (= Trialveranstaltung) ging fließend in den Start von Phase III (=Heimfahrt) über.
Phase III, Heimreise

Vom Bewerb auf die Straße
Von Folgaria (1530 m.ü.A) ging es über Bergstraßen über den Passo del Cost (1290 m.ü.A) und Passo Vezzena (1402 m.ü.A) nach Asiago und weiter in Richtung Osten über Enego nach Fonzaso. Von hier aus ging es über die SR50 in nördlicher Richtung zu meinem Nachtquartier in Transaqua. Die Aufzählung der durchfahrenen Orte spiegelt meine Wahrnehmung dieser Etappe wieder. Primär galt es die Müdigkeit zu ignorieren und konzentriert weiter zu navigieren um jeden einzelnen Kilometer in Gleichmut nehmen, wie er kommt.

An meinem letzten Abend in Italien sollten landestypische Spaghetti mit Ragiù den Abschied erleichtern. Ich war richtig müde. Eine Glas Bier wirkte, als hätte ich es mir den Alkohol intravenös eingespritzt. Meinen Helm und die Handschuhe hatte ich beim Checkin in der Rezeption vergessen, wo ich sie erst am nächsten Morgen wieder einsammelte.
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