Klassik-Trial A-Cup Retz, 11.-12. April 2026

Freizeitzentrum Retz

Offen gesagt: ich war nervös.

Ich hatte auch guten Grund dazu.

Nicht nur einen, sogar mehrere.

 

Dabei fühlte ich mich durchaus allein.

Egal mit wem ich sprach, alle liebten diesen Ort.

Zugegeben, das Freizeitzentrum Retz, im ehemaligen Granit-Steinbruch von Obernalb ist ein Trialparadies. Hinzu kommt das günstige Klima. Das Trainingsgelände ist sogar im Winter meist gut nutzbar.  

Alex Parvy, Fahrtleiter. Foto: R. Georgieff
Alex Parvy, Fahrtleiter. Foto: R. Georgieff

Nicht nur einen, sogar mehrere 

- Ich war das Fahren am blanken Felsen nicht gewöhnt. Egal wie gut der Grip auf diesem Untergrund auch war, in meinem Kopf lief ständiges Kopfkino von harten Landungen und Metallkaltverformungen.

 

- Auf den Schultern von Alex Parvy lag die Verantwortung, auf diesem Terrain den schmalen Pfad zwischen unterhaltsam fahrbar und unfahrbar zu finden. Alex ist jung. Alex restauriert und fährt Scorpa Easy. Ein Motorrad mit modernen Bremsen und moderner Geometrie, das kurz vor der Jahrtausendwende gebaut wurde. Wie sich ein Twinshocker oder gar eine PRE65 anfühlt, konnte er nur erahnen, aber kaum wissen.

 

- Ich liebe das Fahren ohne Kupplung in den Sektionen. In Waldsektionen fühlt sich das meistens toll an. Aber zwischen Steinstufen kann sich die mangelnde Präzision und Korrekturmöglichkeiten durch den Kupplungsverzicht schnell unkomfortabel anfühlen.

 

- Es gäbe noch einige Gründe mehr zum Aufzählen, aber der schwerwiegendste hat ein Gewicht von mehr als 130 kg. Dieses Jahr hatte ich beschlossen mit meiner Starrrahmen Norton 600T den Klassik-Trial A-Cup zu bestreiten. Ursprünglich wurde das Motorrad als Typ 500T gebaut, so ist sie auch in den originalen Papieren eingetragen, aber im Laufe der Jahre wurde ein Motor Typ 19 mit 600 ccm verbaut, daher nenne ich sie 600T. Seit dem Frühjahr 2023 bin ich kaum mehr mit diesem Motorrad gefahren.

 

Ja, ich war nervös und hatte mich sogar mit Bananen und Energieriegel als Stärkung für die Veranstaltung eingedeckt. Das hatte ich schon lange nicht mehr gemacht.

Gruppenwertung: vier Punkterichter für jeden Fahrer!  Foto: R. Georgieff
Gruppenwertung: vier Punkterichter für jeden Fahrer! Foto: R. Georgieff

Volles Haus

Bereits am Freitag Abend vor der Veranstaltung haben erste Teilnehmer im Fahrerlager ihr Quartier aufgebaut. Die Kennzeichen der Autos aus Deutschland, Tschechien, Polen, Slovakei und Ungarn zeugten von reger internationaler Beteiligung. Die Nähe des A-Cup Retz zur Grenze weckte das Interesse der Macher des Klassik-Trial Serie „Central-Cup“, der in vier Ländern (Tschechien, Polen, Slowakei und Österreich) ausgetragen wird. Aufgrund der limitierten Parkmöglichkeiten musste das Starterfeld auf 140 Teilnehmer beschränkt werden. Die Startplätze waren innerhalb weniger Tage ausgebucht. Fritz Gosch, der Betreuer des A-Cups hat mit großem persönlichem Aufwand eine Warteliste im Hintergrund geführt, um möglichst vielen Interessenten die Teilnahme zu ermöglichen. Noch an diesem Wochenende sollten sich die Verantwortlichen des Central-Cups mit Fritz Gosch über Lösungsmöglichkeiten besprechen, um derartigen Aufwand und ungünstige Situationen in Zukunft zu vermeiden.

 

Eine Kaltfront drückte die Temperaturen am Abend empfindlich. In anderen Worten waren es perfekte Bedingungen um eine der besonderen Qualitäten des Freizeitzentrum Retz zu genießen. Gemeint ist der wunderbar beheizte Clubraum sowie die ausgezeichnete Küche in der viele Köstlichkeiten angeboten wurden!

 

Perfekt organisiert

Zwei Mitarbeiter der Feuerwehr organisieren am Samstag den Parkraum und stellen auch sicher, dass Fluchtwege frei gehalten wurden. Aufgrund dieser tollen Organisation blieben noch einige Stellplatzmöglichkeiten frei. Ebenso vorbildlich vorbereitet war die Abwicklung im Nennbüro. Es gab keinerlei Wartezeiten, die Nennformulare waren fertig ausgedruckt vorbereitet und mußten nur noch unterschrieben werden. Die personalisierten Startnummern für alle Teilnahmer waren sortiert. Es ging also zack-zack und man war schon für den Bewerb angemeldet. Im Klassik-Trial A-Cup wird in Gruppen von bis zu fünf Teilnehmern gestartet. Während einer aus der Gruppe fährt, übernehmen die anderen die Funktion von Punkterichtern. Beim Start werden die Gruppen auf unterschiedliche Sektionen verteilt, die sie dann der Reihe nach weiter befahren. Mit diesem System werden die Teilnehmer über das komplette Gelände verteilt und Staubildungen nahezu ausgeschlossen. Die Gruppen werden prinzipiell vom Veranstalter zusammen gestellt. „Wunschgruppen“ sind möglich, wenn dies im Zuge der Nennung sofort bekannt gegeben wird und alle gewünschten Gruppenmitglieder gemeinsam nennen.

 

Meine Gruppe

Vor der Abgabe meiner Nennung traf ich auf Petra, Moni und Gerhard. Ich durfte mich ihnen anschließen. Vom Veranstalter wurde uns noch Peter zugeteilt. Alle fuhren mit einem Pre’65 Motorrad, drei davon waren Viertakter, vier fuhren in der grünen Spur und eines in der weißen Spur.  

Peter der Große mit der mächtigen Triumph mit Spaß in der Spur Welcome. Foto: Petr Hofbauer
Peter der Große mit der mächtigen Triumph mit Spaß in der Spur Welcome. Foto: Petr Hofbauer

Gedenken und Geburtstag

Im Rahmen der Fahrerbesprechung informierte Fritz Gosch die Teilnehmer vom Ableben der Veranstalterlegende und Preisträger des „ÖTSV Trial-Walther“ Ernst Enöckl aus Lunz am See und bat um eine Schweigeminute zum Gedenken. Zum Anderen nahm Fritz Gosch aber auch die Gelegenheit wahr um dem ältesten Teilnehmer, Andi Gradl zum 80. Geburtstag zu gratulieren.

 

Schöne und unterhaltsame Sektionen

Im Vergleich zum Freitag, war es am Samstag angenehm warm und sonnig. Es war ein Traum Tagerl für Klassik-Trial! Ich merkte gleich, dass mir noch die Routine im Umgang mit der Norton fehlte. Alleine das Ritual zum Starten des Motors verlangte meine ganze Aufmerksamkeit. Doch die Sektionen waren wunderbar und unterhaltsam ins Gelände gesteckt, mein Fahrgefühl verbesserte sehr schnell. Das ist um so erwähnenswerter als sich die Norton mit ihrem hohen Gewicht und der geringen Bodenfreiheit von gerade einmal 18 cm in den Sektionen zum Teil wie ein Omnibus anfühlt. Die Intelligenz im Sektionsbau zeigte sich alleine daran, dass auch Petra und Moni mit ihren wendigen Zweitaktern ihren Spaß hatten aber auch gefordert waren.

 

Peter der Große!

Peter ist ein ziemlich großer Kerl und fährt eine mächtige Triumph. Er wurde aber schon einmal am Bein operiert und ist beruflich selbständig. Er kann sich keine Verletzung in der Freizeit erlauben. Deshalb fährt er in der weißen Spur, um Spaß zu haben aber das Verletzungsrisiko weitgehend zu minimieren. Für eine Spur namens „Welcome“, empfand ich sie als technisch durchaus anspruchsvoll. Dennoch hatte Peter nirgendwo Streß. Die Verantwortung im Sektionsbau ist groß um Teilnehmern mit einem Alter von über 70 Jahren oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen Sektionen anbieten zu können, in denen Sie Spaß aber auch Sicherheit fühlen. Alex Parvy vom Freizeitzentrum Retz hatte haarscharf verstanden wofür Klassik-Trial stehen soll. Chapeau!

 

Gruppenqualität

Fünfzehn Sektionen für die Spuren weiß und grün, bzw. separate fünfzehn Sektionen für die Spuren gelb und blau waren zweimal zu befahren. Nach Abschluß der ersten Runde wurde die Punktekarte erneuert. Ich hatte die Aufgabe übernommen für die Gruppe die Wertungspunkte festzuhalten. Eine der hervorzuhebenden Qualitäten meiner Gruppe war, dass am Ende jeder Sektion alle zusammen warteten, bis alle Punkte korrekt eingetragen waren und die Karte für die Weiterfahrt verstaut war. Außerdem haben meine Gruppenfreunde die Karte vor Abgabe im Nennbüro kontrolliert, ob die Wertungen auch vollständig eingetragen waren. Das Nennbüro hat bei über 100 Teilnehmern leider keine andere Möglichkeit, als bei jeder fehlenden Eintragung automatisch die Maximalstrafe von Fünf Punkten in das System einzutragen. Es ist die Aufgabe der ganzen Gruppe, um eine solche Maßnahme zu vermeiden. Wir haben nur korrekt ausgefüllte Punktekarten abgegeben. Unsere eingetragenen Fünfen waren allesamt sportlich und ehrlich verdient!

Petra und Gerhard nach geleisteter Hilfestellung für die Norton. Foto: Petr Hofbauer
Petra und Gerhard nach geleisteter Hilfestellung für die Norton. Foto: Petr Hofbauer

Ich war müde, sehr sogar!

Die kurze Pause nach der ersten Runde kam mir gerade recht. Meine ausgiebigen Couch-Einheiten während des vorangegangenen Winters zeigten Wirkung: Müdigkeit machte sich bei mir bemerkbar. Die vorhandenen Bananen und Müsliriegel waren Retter in der Energienot. Die 600 ccm des Motors wurden wenig gefordert, der Spritverbrauch war daher gering. Das Nachtanken diente vorwiegend als „rituelle Pausenhandlung“ zur Pflege des eigenen Nervenwohls.

 

Ölhand Petra

Kurz nach dem Start in die zweite Runde blieb ich auf der Zwischenstrecke an einer kleine Stufe hängen. Gerhard, der gerade hinter mir fuhr machte sich lautstark bemerkbar und forderte mich eindringlich auf den Motor sofort abzustellen. Die Antriebskette war ab und rund um das Antriebsritzel gewickelt. Es bewegte sich nichts. Wir entschieden die Kupplung abzubauen um an das Ritzel heran zu kommen. Gerhard, ein begnadeter Schrauber, hatte alles erforderliche Werkzeug im Fahrerlager dabei und machte sich gleich auf den Weg um es zu holen. Zwischenzeitig war die komplette Gruppe zurück gekehrt um zu sehen, was passiert war. Petra legte gleich Hand an die ölverschmierte Kette und gemeinsam versuchten wir diese irgendwie zu lockern. Nach einigen Minuten war die Kette wieder frei und unsere Hände komplett ölverschmiert. Eine Stimme aus dem Hintergrund meinte sogar, sie sähen nun „richtig englisch“ aus. Das Kettenschloss war offen. Die Frage nach der Schuld erübrigte sich. Ich hatte die Kette erst in der Woche vor Retz erneuert. „Zur Sicherheit“ dachte ich mir damals. Zum Glück hatte ich aber ein Reserveschloß mit und das Problem war fast schon gelöst, bevor Gerhard mit dem Werkzeug zurück war. Und wieder einmal kam in mir dieses besondere Gefühl hoch. Dieser Grund, weshalb ich das Klassik-Trial so liebe. Ein Problem eines Gruppenmitglied wurde sofort zur Aufgabe für die ganze Gruppe. Egal ob man sich dabei die Hände schmutzig macht, oder nicht! Die ganze Gruppe steht zusammen und hilft um Lösungen zu finden.

 

Müder Geist im müden Körper

Dieser Zwischenfall hielt meine Anspannung hoch und kostete dementsprechend Kraft. Kraft war in meinem wenig trainierten Körper ein kostbares Gut. Damit mußte ich sorgsam haushalten. Jeder einzelne Kick des 600ccm-Motors ging auf Kosten des Energiehaushalt. Ich als Leichtgewicht erfuhr hier nur geringe Unterstützung durch das Newtonsche Gravitationsgesetz. Die Norton sprang prinzipiell gut an, sofern ich mich an die erforderlichen Rituale hielt. Wenn nicht, brauchte es schon mal zwei oder drei zusätzliche Kicks. Die Mathematik war leider unbestechlich: Bei dreißig Sektionen und diverse Fehlversuchen kamen da schon einige Beinpressen zusammen. Und mit zunehmender Müdigkeit passierten auch ganz andere Konzentrationsfehler. Nachdem ich die ganze Gruppe durch den technischen Defekt aufgehalten hatte, fuhr ich gleich zur nächsten Sektion weiter. Sie war nicht allzu schwierig und eine Veränderung am blanken Felsen war ausgeschlossen. Ich nahm die Sektion sofort in Angriff. Aber nur nach wenigen Metern kam ich zu stehen. Der Gang war nicht sauber eingelegt und sprang in den Leerlauf. Ein Konzentrationsfehler, der mir in der ersten Runde nicht passierte. Nun aber mehrfach. Ich erinnerte mich an die alten Römer: Müder Geist im müden Körper. Ich war aber nicht alleine. Auch die Kollegenschaft in der Gruppe machte plötzlich Fehler, die in der ersten Runde nicht zu sehen waren. Wiederum zeigte sich die Erfahrung von Alex Parvy. Die Sektionen waren mit Bedacht gebaut. Alle diese Fehler blieben ohne körperliche Konsequenzen der Teilnehmer.  

Pause: für Fahrer, Motorrad und Punktekarte. Foto: Petr Hofbauer
Pause: für Fahrer, Motorrad und Punktekarte. Foto: Petr Hofbauer

Rösselsprung

Als Administrator der Gruppe verwaltete ich die Punktekarte. Dabei handelte es sich um foliertes Formular in der Größe von A5, also die Hälfte eines großen Schulheftes. Im Querformat war es in fünf Zeilen unterteilt. In den ersten beiden Spalten waren die Startnummer und der Name der Teilnehmer eingetragen. Danach folgten 16 Spalten, in der die Wertungen pro Sektion eingetragen werden konnten. In jedem einzelnen Feld dieser Spalten waren die Wertungen 0, 1, 2, 3 und 5 vorgedruckt. Mit einer Pinnadel wurde die korrekte Punktezahl eingestochen. Dieses System war sehr einfach und gut nachvollziehbar. Allerdings erforderte es auch feinmotorische Fingerfertigkeit und gute Augen. In einer Gruppe von fünf Lesebrillenträgern war das ein Problem, das ich zu lösen hatte. Auch ohne Brille konnte ich gut erkennen, dass eine der fünf Vorderucke für die Punkte mit einem Kreis und die übrigen mit einem Quadrat umrandet war. Die angedruckten Zahlen konnte ich ohne Brille auch bei guter Sicht kaum lesen. Strenge und fragende Blicke erntete ich als ich mich eingangs versicherte, ob es die Null war, die mit einem Kreis umrandet war. Mit dieser Bestätigung konnte ich mich aber einfach orientieren. Fast in der Art des Lesens der Braille-Schrift für Blinde ertastete ich die letzte eingestochene Sektion, um danach z.B. eine Zwei wie beim Rössel-Sprung im Schach einstechen zu können: Von der Null eine rechts und zwei hinauf.

Unter Blinden ist der Schachspieler eben König!

 

 

Jubel um Moni: die Frau, die sich traut! Foto: Petr Hofbauer
Jubel um Moni: die Frau, die sich traut! Foto: Petr Hofbauer

Moni, die Frau, die sich traut!

Bei der Besichtigung der Sektion Nummer zehn hatte ich den Eindruck, sie wäre als Pausenfüller erbaut worden. Zu Befahren war eine Art Trampelpfad quer zu einem Felshang, der seitlich rund drei bis fünf Meter abfiel. Es ging gerade aus, die Spur war ausreichend breit. Einfach, sehr einfach dachte ich. Doch Moni musste sich hier ihren Ängsten stellen. Die Überwindung ihrer Höhenangst schon bei diesem geringen Niveauunterschied kostete Ihr sehr viel Überwindung. Die Anzahl der Füße war ihr vollkommen egal. Alleine das Gefühl, die Angst überwunden zu haben löste euphorische Gefühle des Glücks bei ihr aus. Für die immerjunge Moni werden alternative Gründe verantwortlich gewesen sein, aber viele andere Teilnehmer bestätigen, dass die Psyche mit zunehmenden Alter Probleme mit exponiert gelegenen Sektionen in großer Höhe bekommt. Von wegen „Pausenfüller“! Alex Parvy kannte sein Gelände perfekt. Dieses Schlitzohr wusste genau, dass diese Sektion keine weiteren Prüfungen benötigte.  

Tolle Stimmung im Fahrerlager Foto: Damian Duscha
Tolle Stimmung im Fahrerlager Foto: Damian Duscha

Nach dem Trial ist vor der Kulinarik!

Nach Abschluß der zweiten Runde wurden die Motorräder versorgt und verstaut. Es war Zeit für die „dritte Runde“, also der gesellschaftliche Teil zum Abschluß des Tages. Einige Gäste hatten mit Wagenburgen richtige Vororte im Fahrerlager geschaffen, in denen nun reges Leben und gute Laune herrschte. Das Freizeitzentrum Retz organsierte ein Lagerfeuer an einem gesicherten Grillplatz, der ebenso gut genutzt war. Wie mit Scheuklappen steuerte ich geradewegs in Richtung des Clubhauses. Zu sehr freute ich mich schon auf den legendär guten Schweinsbraten und natürlich den ebenso wichtigen „Analysen des Tages“! 

Ein Klassik-Trial Wocheende vom Feinsten. A-Cup Retz 2026. Foto: Petr Hofbauer.
Ein Klassik-Trial Wocheende vom Feinsten. A-Cup Retz 2026. Foto: Petr Hofbauer.

Großer Aufwand beim Sektionsbau

Am Sonntag morgen starteten wir bereits um 10:00 Uhr. Unsere Gruppe blieb unverändert. Alex Parvy informierte die Teilnehmer, dass einige Sektionen verändert wurden. Hierzu muß man wissen, dass der Veranstalter das Trialzubehör nutzte, dass vom ÖTSV (österreichischer Trialsport Verband) zur Verfügung gestellt wurde. Eine Drahtspange, die in den Boden gesteckt werden kann, dient dabei als zuverlässige Halterung für die Spurpfeile. Dieses System ist einfach und flexibel und hat sich gut bewährt. Nur im ehemaligen Steinbruch von Retz, müssen die Löcher für die Spange teilweise in den Granitboden vorgebohrt werden. Dieser enormer Aufwand, den das Freizeitzentrum Retz leistet, ist vielen Teilnehmern gar nicht bewußt!

 

Gefühl hui, Ergebnis pfui

Die Mitglieder unserer Gruppe berichtete durchwegs von einer Grundmüdigkeit vom Vortag. In dieser Situation agiert man aber sehr ökonomisch und vermeidet unötige Anstrengungen. Ich habe damit begonnen, gleich in der erste Sektion den ersten Gang nicht richtig einzulegen um gleich mit der Höchstpunktezahl zu beginnen. Dennoch, mein Fahrgefühl verbesserte sich immer mehr und das Vertrauen in das Motorrad in kniffligen Situationen wuchs zunehmend. Ich blieb meinem Vorhaben treu, mich an die Eigenheiten des Motorrades zu gewöhnen. Ich riskierte nichts und blieb auch das ganze Wochenende frei von Stürzen oder sonstigen ungewollten Metallverformungen. Natürlich hätte ich mich gefreut, in der Ergebnisliste weiter vorne zu liegen. Die Anzahl der gefahrenen Nullen gar nicht mal so schlecht, aber ich sammelte zu viele Fünfen aufgrund von mangelnder Routine.

 

Das Beste aus Retz für zu Hause!

Dennoch fuhr ich mit dem Gefühl eines Siegers aus Retz nach Hause. Zwei fantastische Tage in einer Gruppe wie ich sie hatte, ließen jeden Platzierungsgedanken sofort vergessen. Die Norton lief problemlos. Und auch mit den örtlichen Gegebenheiten mit dem Boden aus Fels und Geröll schien ich mich ausgesöhnt zu haben. Eine Flasche Wein und zwei Portionen Schweinsbraten für das Abendessen aus der Kantine sorgten dafür, dass ich das Beste aus Retz sogar mit nach Hause bringen konnte.

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